REGION - "Mmh ja, irgendwas war da... irgendein Aufstand in Berlin oder so", sagt eine junge Frau. "Da hab ich meinen Hochzeitstag", lacht eine ältere Dame. "Das war doch der Tag der deutschen Einheit", sagt ein junger Mann. Recht haben die Passanten alle, die ON auf Fuldas Straßen nach dem 17. Juni 1953 fragte. Dass nach 60 Jahren die Ereignisse ein wenig in Vergessenheit geraten sind, ist wahrscheinlich normal, trotzdem waren sie äußerst dramatisch.

Einen Videobeitrag zu den Ereignissen des 17. Juni 1953, der Umfrage auf Fuldas Straßen und den Gesprächen mit Zeitzeugen.

 

BAD HERSFELD - Der Arbeitskampf bei Amazon in Bad Hersfeld geht weiter - trotz strömenden Regens: Am Mittwochnachmittag folgten knapp 150 Amazon-Mitarbeiter dem Aufruf der Gewerkschaft ver.di und legten für rund zwei Stunden vor den Werkstoren die Arbeit nieder. Der Grund war eine Einladung der Amazon-Führungskräfte an die regionale- und überregionale Politik, sich selbst ein Bild vion den Arbeitsbedingungen von Amazon zu machen. Vertreter der meisten politischen Farben nutzten die Gelegenheit zum Gespräch. Unter ihnen etwa der der SPD-Landtagsabgeordnete Torsten Warnecke (SPD), Jörg Althoff von Bündnis 90/Die Grünen, CDU-Bundestagabgeordneter Helmut Heiderich (CDU) oder der stellvertretende FDP-Kreisvorsitzende Bernd Böhle und die Linken-Bundestagskandidatin Dr. Johanna Scheringer-Wright.

GREBENHAIN - Sonnenstrahlen tanzen auf moosbewachsenen Stufen, ein Baum hat seine Wurzeln tief in den Beton geschlagen, in einer Nische nistet ein Vogel – friedlich erwacht die Natur an diesem Frühlingstag im Vogelsberg. Vor 70 Jahren lagen hier tonnenweise totbringende Bomben und Munition in der Dunkelheit zwischen den dicken Betonwänden. Die Bedrohlichkeit des Ortes steigert sich heute, 68 Jahre nach der Kapitulation der Nationalsozialisten, langsam. Zwischen den Buchenstämmen tauchen sie auf, die Überreste der vielen vielen Bunker, in denen erst die nationalsozialistische Wehrmacht eine von 74 „Luft-Munas" (Luftmunitionsanstalt) betrieb und dann die Nato ein Versorgungslager installierte.

 

REGION - Die Aufregung um Videoüberwachungen an mindestens fünf Schulen im Landkreis Hersfeld-Rotenburg ist groß: Während die Erste Kreisbeigeordnete und Schuldezernentin Elke Künholz (SPD) nach eigenen Angaben erst am vergangenen Freitag von der Installation der Kameras erfahren habe und entzürnt darauf reagierte, spricht Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt (CDU) von einer Inszenierung, um seiner Person zu schaden. "Die ganze Aufregung ist der Versuch, einen vermeintlichen Skandal zu inszenieren. Dieser Versuch ist gescheitert", erklärte der Landrat in einer Pressemitteilung. Wütend sind die betroffenen Schulleiter über eine aus ihrer Sicht übertriebenen Darstellung, nachdem selbst in den Schultoiletten überwacht werde. Im Internet kusierten Bilder einer Toilettenanlage. "Ich habe mich heute schriftlich beschwert", sagte etwa Niederaulas Schulleiter Lutz Seibel. In seiner Schule werden der Außenbereich, die große Aula und die Vorräume der Toiletten überwacht.

"Seit der Installation haben die Einbrüche und Vandalismus stark nachgelassen. Wir konnten sogar einen Einbruch dank der Kameras aufklären", sagte Seibel. Auch ein Fall von Gewalt in einem Vorraum zur Toilette konnte so aufgeklärt werden. Die Videokameras dienen insbesondere auch der Prävention, erklärte Seibel. Sein Schenklengsfelder Kollege Oskar Ruhl unterstrich am Montag, dass auch in seiner Schule keine Toiletten überwacht werden, sondern lediglich die Vorräume. Er habe bei der Installation der Anlagen Bedenken gehabt, mittlerweile aber arrangiere sich die Schule mit der Aufzeichnung. So hätten Fälle von Gewalt und Vandalismus deutlich nachgelassen.

REGION - Im Landkreis Hersfeld-Rotenburg werden fünf Schulen mit Videokameras überwacht. Dies wurde am Freitagnachmittag bekannt. Es wurde zudem bekannt, dass sich der Hausmeister in die Livebilder eingeklickt habe. An der Gesamtschule Schenklengsfeld werden verschiedene Bereiche mit Videokameras überwacht, unter anderem auch der Zugang zu den Toiletten. Dies bestätigte Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt. "Man sieht auf den Bildern, wer in die Toiletten hinein- und hinausgeht", sagte Schmidt. Die zuständige Schuldezernentin Elke Künholz (SPD) erfuhr nach eigenen Angaben davon allerdings erst heute während einer Fachdienstleiterrunde im Landratsamt. "Ich bin entsetzt und förmlich explodiert", sagte Künholz gegenüber osthessen-news. Sie habe vom Landrat keine Informationen erhalten, dass es im Landkreis Hersfeld-Rotenburg Videoüberwachungen an Schulen gebe. Neben Schenklengsfeld sind Schulen in Niederaula, Bebra und Bad Hersfeld betroffen.

 

HERINGEN (W.) - Es war hauchdünn und doch eine saftige Schlappe für die Antragssteller: Der gemeinsame Antrag der CDU- und SPD-Fraktionen im Heringer Stadtparlament, den amtierenden Bürgermeister Hans Ries (Foto links) aus dem Chefsessel des Rathauses zu kicken, ist am Mittwochabend gescheitert. 20 der 30 anwesenden Stadtverordneten stimmten zwar für ein Abwahlverfahren, nötig waren jedoch mindestens 21 Ja-Stimmen.

"Wir sind natürlich enttäuscht, müssen das Ergebnis aber sportlich nehmen", sagte Eckhard Bock, Fraktionsvorsitzender der Christdemokraten gegenüber osthessen-news. Auch Frank Roth von der SPD war die Enttäuschung anzumerken. Zunächst wollen die Fraktionen das Ergebnis intern besprechen. Einen erneuten Antrag zur Einleitung eines Abwahlverfahrens wollen sie aber nicht mehr stellen.

Hans Ries selbst nahm die Abstimmung erleichtert auf. Allerdings hätte er auch nichts gegen einen Bürgerentscheid gehabt. "Dann hätten alle gewusst, woran sie sind", sagte Ries am Abend. Diese Bürgerwahl wäre notwendig geworden, wenn das Abwahlverfahren die erforderliche Mehrheit bekommen und Ries sein Veto gegen das Ergebnis eingelegt hätte. Die etwa 40-minütige Debatte der Stadtverordneten durfte er zuvor nicht im Sitzungssaal mitverfolgen. Auch die zahlreichen Medienvertreter durften während der Sitzung keine Ton- und Filmaufnahmen machen. Das hessen fernsehen hatte während der hessenschau live nach Heringen geschaltet - Reporter Arne Pollmann informierte die Zuschauer aus dem Vorraum des Bürgerhauses. Über 200 Heringer verfolgten die Debatte vor Ort im Bürgerhaus.

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