Je Berufsgruppe bewertet eine dreiköpfige Fachjury von dem Hotel- und Gastsättenverband DEHOGA Hessen die Arbeit der Auszubildenden. Fritz-Otto Wilhelm, der Vorsitzende des Berufsbildungsausschusses ist sich sicher, dass der freiwillige Wettbewerb eine große Chance für die jungen Gastrotalente ist. „Wenn man so eine Meisterschaft einmal mitgemacht hat, wenn man aufgeregt war und gezittert hat, dann ist man bei den eigentlichen Prüfungen, die am Ende der Ausbildung auf einen zukommen, viel ruhiger“, erklärt Wilhelm. Das Schwierige an den Bezirksjugendmeisterschaften sei zudem, dass die Azubis ihre Aufgaben erst kurz vor dem jeweiligen Wettbewerb erhalten und somit sehr viel flexibler sein müssten.
Das Fischfilieren sei zum Beispiel ein gehobeneres Handwerk, mit dem die Prüflinge umgehen müssen. „Der Fisch muss schnell auf den Tellern der Gäste sein und darf trotzdem nicht zerfallen“, so Oberkoordinator Johannes Rückelt. „Da kommt so mancher Auszubildender schon mal ins Schwitzen.“ Dass es diese Aufgabe tatsächlich in sich hat, bestätigt auch die 21-jährige Nicole Walther aus Fulda. „Das war schon ganz schön anstrengend“, erklärt sie. „Ich denke aber, es wird auch morgen noch einige spannende Aufgaben zu lösen geben“. Nicole Walther ist Auszubildende im Maritim Hotel und ihr Bankettleiter habe ihr den Wettbewerb empfohlen, da er eine gute Prüfungsvorbereitung sei.
Eine gute und eine knifflige Vorbereitung war zudem die Erkennung von Waren aus dem Gastrogewerbe. „Es gibt ja bestimmt um die 300 Spezialbestecke, die irgendwo in der Gastronomie auftauchen. Davon wird sicher nur ein kleiner Teil im Restaurantalltag verwendet, trotzdem kann jedes dieser Teile innerhalb des Wettbewerbs abgefragt werden“, so Wilhelm. Wer hier gewinnt, hat also Einiges vorzuweisen. Doch schon allein beim Wettbewerb dabei zu sein, ist laut Wilhelm ein Gewinn. Die Azubis, die hier teilnehmen, haben nämlich bereits einen schriftlichen Vortest gemacht, nachdem die sechs Besten aus jeder Berufsgruppe zum Gespräch eingeladen wurden. Der Wettbewerb selbst findet dann in diesem Jahr in Fulda statt. In den letzten 30 Jahren, in denen die Meisterschaften ausgetragen wurden, gab es noch Korbach, Kassel und Marburg als Prüfungsort.
„Natürlich ist das Ganze hier nicht nur ein Wettbewerb, sondern kann auch viel Spaß machen“, meint Wilhelm. So käme steht neben den Aufgaben auch ein gemütliches Beisammensein am Abend auf dem Programm. „Wir haben es auch schon erlebt, dass wir am nächsten Morgen einen Prüfling mal aus dem Bett holen mussten. Der hatte eine Poolparty veranstaltet und wohl ein bisschen zu lange geplanscht“, erinnert sich der Oberkoordinator schmunzelnd.
Am kommenden Freitag findet der zweite Teil des Wettbewerbs statt, zu dem es auch gehört, Gäste wie Fuldas Bürgermeister Dr. Wolfgang Dippel oder Landrat Bernd Woide zu bedienen und zu bekochen. Danach werden die Sieger des Bezirkswettbewerbs bekannt gegeben, die dann an den hessischen Jugendmeisterschaften am 1. und 2. Juni 2012 in Frankfurt teilnehmen.