GREBENHAIN - Sonnenstrahlen tanzen auf moosbewachsenen Stufen, ein Baum hat seine Wurzeln tief in den Beton geschlagen, in einer Nische nistet ein Vogel – friedlich erwacht die Natur an diesem Frühlingstag im Vogelsberg. Vor 70 Jahren lagen hier tonnenweise totbringende Bomben und Munition in der Dunkelheit zwischen den dicken Betonwänden. Die Bedrohlichkeit des Ortes steigert sich heute, 68 Jahre nach der Kapitulation der Nationalsozialisten, langsam. Zwischen den Buchenstämmen tauchen sie auf, die Überreste der vielen vielen Bunker, in denen erst die nationalsozialistische Wehrmacht eine von 74 „Luft-Munas" (Luftmunitionsanstalt) betrieb und dann die Nato ein Versorgungslager installierte.

 

REGION - Die Aufregung um Videoüberwachungen an mindestens fünf Schulen im Landkreis Hersfeld-Rotenburg ist groß: Während die Erste Kreisbeigeordnete und Schuldezernentin Elke Künholz (SPD) nach eigenen Angaben erst am vergangenen Freitag von der Installation der Kameras erfahren habe und entzürnt darauf reagierte, spricht Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt (CDU) von einer Inszenierung, um seiner Person zu schaden. "Die ganze Aufregung ist der Versuch, einen vermeintlichen Skandal zu inszenieren. Dieser Versuch ist gescheitert", erklärte der Landrat in einer Pressemitteilung. Wütend sind die betroffenen Schulleiter über eine aus ihrer Sicht übertriebenen Darstellung, nachdem selbst in den Schultoiletten überwacht werde. Im Internet kusierten Bilder einer Toilettenanlage. "Ich habe mich heute schriftlich beschwert", sagte etwa Niederaulas Schulleiter Lutz Seibel. In seiner Schule werden der Außenbereich, die große Aula und die Vorräume der Toiletten überwacht.

"Seit der Installation haben die Einbrüche und Vandalismus stark nachgelassen. Wir konnten sogar einen Einbruch dank der Kameras aufklären", sagte Seibel. Auch ein Fall von Gewalt in einem Vorraum zur Toilette konnte so aufgeklärt werden. Die Videokameras dienen insbesondere auch der Prävention, erklärte Seibel. Sein Schenklengsfelder Kollege Oskar Ruhl unterstrich am Montag, dass auch in seiner Schule keine Toiletten überwacht werden, sondern lediglich die Vorräume. Er habe bei der Installation der Anlagen Bedenken gehabt, mittlerweile aber arrangiere sich die Schule mit der Aufzeichnung. So hätten Fälle von Gewalt und Vandalismus deutlich nachgelassen.

REGION - Im Landkreis Hersfeld-Rotenburg werden fünf Schulen mit Videokameras überwacht. Dies wurde am Freitagnachmittag bekannt. Es wurde zudem bekannt, dass sich der Hausmeister in die Livebilder eingeklickt habe. An der Gesamtschule Schenklengsfeld werden verschiedene Bereiche mit Videokameras überwacht, unter anderem auch der Zugang zu den Toiletten. Dies bestätigte Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt. "Man sieht auf den Bildern, wer in die Toiletten hinein- und hinausgeht", sagte Schmidt. Die zuständige Schuldezernentin Elke Künholz (SPD) erfuhr nach eigenen Angaben davon allerdings erst heute während einer Fachdienstleiterrunde im Landratsamt. "Ich bin entsetzt und förmlich explodiert", sagte Künholz gegenüber osthessen-news. Sie habe vom Landrat keine Informationen erhalten, dass es im Landkreis Hersfeld-Rotenburg Videoüberwachungen an Schulen gebe. Neben Schenklengsfeld sind Schulen in Niederaula, Bebra und Bad Hersfeld betroffen.

 

HERINGEN (W.) - Es war hauchdünn und doch eine saftige Schlappe für die Antragssteller: Der gemeinsame Antrag der CDU- und SPD-Fraktionen im Heringer Stadtparlament, den amtierenden Bürgermeister Hans Ries (Foto links) aus dem Chefsessel des Rathauses zu kicken, ist am Mittwochabend gescheitert. 20 der 30 anwesenden Stadtverordneten stimmten zwar für ein Abwahlverfahren, nötig waren jedoch mindestens 21 Ja-Stimmen.

"Wir sind natürlich enttäuscht, müssen das Ergebnis aber sportlich nehmen", sagte Eckhard Bock, Fraktionsvorsitzender der Christdemokraten gegenüber osthessen-news. Auch Frank Roth von der SPD war die Enttäuschung anzumerken. Zunächst wollen die Fraktionen das Ergebnis intern besprechen. Einen erneuten Antrag zur Einleitung eines Abwahlverfahrens wollen sie aber nicht mehr stellen.

Hans Ries selbst nahm die Abstimmung erleichtert auf. Allerdings hätte er auch nichts gegen einen Bürgerentscheid gehabt. "Dann hätten alle gewusst, woran sie sind", sagte Ries am Abend. Diese Bürgerwahl wäre notwendig geworden, wenn das Abwahlverfahren die erforderliche Mehrheit bekommen und Ries sein Veto gegen das Ergebnis eingelegt hätte. Die etwa 40-minütige Debatte der Stadtverordneten durfte er zuvor nicht im Sitzungssaal mitverfolgen. Auch die zahlreichen Medienvertreter durften während der Sitzung keine Ton- und Filmaufnahmen machen. Das hessen fernsehen hatte während der hessenschau live nach Heringen geschaltet - Reporter Arne Pollmann informierte die Zuschauer aus dem Vorraum des Bürgerhauses. Über 200 Heringer verfolgten die Debatte vor Ort im Bürgerhaus.

FULDA - "Wer aber einem von diesen Kleinen, die an mich glauben, Ärgernis gibt, dem wäre es besser, wenn ihm ein Mühlstein an den Hals gehängt und er in die Tiefe des Meeres versenkt würde." Dieses Bibelzitat aus dem Matthäusevangelium ist in Stein gemeiselt – in einen, über den man  in den nächsten Wochen in Fulda stolpern soll – und zwar gedanklich. Denn seit heute Vormittag liegt der 1,40 m hohe "Mahnende Mühlstein" vor der alten Stadtwache gegenüber dem Stadtschloss in Fulda. Schon seit 2008 reist der Koloss quer durch Deutschland, um ein Zeichen gegen Gewalt an Kindern zu setzen und Erwachsene an ihre große Verantwortung gegenüber Heranwachsenden zu erinnern.

 

BAD HERSFELD - Die Staatsanwaltschaft in Fulda ermittelt gegen den Hersfeld-Rotenburger Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt. Es geht um den Vorwurf der Untreue. Eine Mitarbeiterin der Hersfelder Kreisverwaltung hatte Anzeige erstattet, nachdem während einer Rechnungsprüfung im Sommer 2012 Unregelmässigkeiten bei den Lohnzahlungen festgestellt wurden. Der Landrat und sein Rechtsbeistand, der Bad Hersfelder Rechtsanwalt Michael Bock erklärten dazu die Hintergründe während einer Pressekonferenz am Freitagnachmittag in Bad Hersfeld. Der Landrat hatte sechs Beamten eine Zulage bewährt, weil sie in einer höheren Position arbeiten, jedoch keine angepasste Besoldung erhalten konnten. Eine Beförderung von Beamten ist gesetzlich nur alle zwei Jahre möglich.

Um gerade auch junge Beamte halten zu können, gewährte Dr. Schmidt den betroffenen Beamten einen Zuschlag in Höhe etwa einer Besoldungsgruppe bis zum Zeitpunkt der Erreichung der Besoldungsgruppe, welche der jeweiligen Arbeit entspricht. Insgesamt sollten die bislang gezahlten Zulagen insgesamt rund 68.000 Euro betragen.

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